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Warum ist die Regulierung des Mikroklimas bei der Prophylaxe und Therapie von Druckgeschwüren/Druckverletzungen von Bedeutung?


von Sharon Maris, Director Global Medical Affairs for Pressure Injury Prevention  

Das Mikroklima – die Temperatur und Luftfeuchtigkeit an der Hautoberfläche – ist ein entscheidender, aber oft unterschätzter Faktor bei der Prävention von druckbedingten Verletzungen. Wenn sich Wärme und Feuchtigkeit ansammeln, wird die Haut fragiler und weniger drucktolerant und ist durch Scher- und Reibungskräfte anfälliger für Schäden. Eine effektive Mikroklima-Regulierung, unterstützt durch evidenzbasierte Richtlinien, trägt dazu bei, eine gesündere Hautumgebung zu schaffen und spielt eine wesentliche Rolle sowohl bei der Verletzungsprävention als auch bei der Heilung.

Erhöhte Temperatur und Feuchtigkeit können die Struktur und Funktion der Haut4 beeinträchtigen und die Widerstandsfähigkeit von Haut und Gewebe gegenüber Druck, Scherkräften und Reibung herabsetzen.5 Es wurde darauf hingewiesen, dass eine erhöhte Hauttemperatur

  • den Stoffwechselbedarf des lokalen Gewebes erhöht,
  • den Sauerstoffbedarf des Gewebes erhöht,
  • die Anfälligkeit des Gewebes für die ischämischen Auswirkungen von Druck und Scherkräften erhöht, und​
  • die Schutzschicht der Haut schwächt.⁶

Übermäßige Feuchtigkeit auf der Haut führt zu Mazeration, wodurch ihre Widerstandskraft und die Festigkeit des Bindegewebes herabgesetzt und die Empfindlichkeit gegenüber Scherkräften erhöht wird.7 Die Reibung an der Grenzfläche zwischen Haut und Unterstützungsfläche führt zudem vermehrt dazu, dass die Haut am Laken oder an der Bettwäsche festklebt, und steigert das Risiko mechanischer Hautschäden und oberflächlicher Druckverletzungen/Druckgeschwüre.

 

Mikroklima-Regulierung

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, um das lokale Mikroklima der Haut zu normalisieren – die einfachste besteht darin, den Patienten umzulagern. Dies ist jedoch nicht immer möglich und viele Patienten benötigen noch weitere Interventionen. In den internationalen Leitlinien¹ wird erörtert, wie mithilfe der Mikroklima-Regulierung ein Umfeld geschaffen werden kann, in dem Verletzungen vorgebeugt und die Heilung des Gewebes gefördert werden kann. Dementsprechend wird in den Leitlinien empfohlen, bei der Auswahl einer druckentlastenden Unterstützungsfläche darauf zu achten, dass umfassende Funktionen vorhanden sind, wie die Möglichkeit zur Regulierung der Feuchtigkeit und Temperatur.

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Warum spielen Unterstützungsflächen eine wichtige Rolle beim Dekubitus-Management?

Druckentlastende Unterstützungsflächen sind entscheidende Elemente eines individualisierten umfassenden Managementplans zur Dekubitusprophylaxe.¹ In den internationalen Leitlinien zur Prävention und Behandlung von Dekubitus* wird empfohlen, dass – wenn die Risikobeurteilung des Patienten dies zulässt – ein (reaktives) Low-Air-Loss-System aufgrund der Konstruktion auch dazu beitragen kann, Wärme und Feuchtigkeit (Mikroklima) der Haut zu kontrollieren, insbesondere wenn Feuchtigkeit und Wärme an der Hautoberfläche als beitragende Faktoren zu betrachten sind.⁸

Finden Sie die richtige druckentlastende Unterstützungsfläche zur Dekubitusprophylaxe – erforschen Sie unsere Auswahlhilfe

*In der Richtlinie bezieht sich der Begriff (reaktives) Low-Air-Loss-System auf ein Auflagendesign, das einen Luftstrom zur Unterstützung der Druckumverteilung nutzt.

Quellen
  1. National Pressure Ulcer Advisory Panel, European Pressure Ulcer Advisory Panel and Pan Pacific Pressure Injury Alliance. Prevention and Treatment of Pressure Ulcers: Clinical Practice Guideline. Emily Haesler (Hrsg.). Cambridge Media: Perth, Australien; 2019. 
  2. Kottner J, Black, J, Call, E, Gefen, A, Santamaria N (2018) Microclimate: a critical review in the context of pressure ulcer prevention 
  3. Clark M, Black J (2011) Skin IQTM Microclimate Made Easy. Wounds International 2011; 2(2). Verfügbar auf http://www.woundsinternational.com
  4. Clark M, Romanelli M, Reger S et al (2010). Microclimate in context. In: Baharestani M, Black J, Carville K et al (2010). International Review. Pressure ulcer prevention: pressure, shear, friction and microclimate in context. Wounds International.
  5. Reger S, Ranganathan VK, Sahgai V (2007). Support surface interface pressure: an analysis of the literature. Ostomy Wound Management 53(10): 50-58.
  6. National Pressure Injury Advisory Panel, European Pressure Ulcer Advisory Panel and Pan Pacific Pressure Injury Alliance. Full Body Support Surfaces for Prevention of Pressure Injuries. In: Prevention and Treatment of Pressure Ulcers/Injuries: Clinical Practice Guideline. The International Guideline: Fourth Edition. Full Body Support Surfaces For Prevention Of Pressure Injuries. Emily Haesler (Hrsg.). 2025. [Zitiert: 15.01.2026]. Verfügbar unter: https://internationalguideline.com